Bad Temper Joe

Mit „Solitary Mind“ veröffentlicht Bad Temper Joe 2017 sein viertes Studioalbum und lädt damit ein zu einer Dreiviertelstunde andauernde, kraft- und gefühlvolle Reise durch den akustischen Blues.
Deutlich bluesiger als auf seinen bisherigen Alben zeigt Bad Temper Joe keine Angst vor dem Zwölftaktgewerbe; hier dient das klassische Bluesschema oft als Grundlage für die kurzweiligen, nachdenklichen, aber auch zum Schmunzeln anregenden Geschichten und Gedankenspiele, die Joe auf diesem Langspieler vertont. „In the Shade“ kommt als zum Fußwippen animierender Shuffle daher, „Made-Up Woman“ als ein gitarrengeprägter, langsamer Blues und bei „Honey for My Biscuit“ fliegt der Slidebar nur so über die Saiten seiner Lap-Steel Gitarre. Die Songs, alles Eigenkompositionen, balancieren auf dem schmalen Grat zwischen derbem Blues und Countryballade; gefühlvoll wird es in Stücken wie „Love Song at 4 A.M.“ oder „Approximately Little Snow White Blues“, etwas dreckiger geht es in „What It Takes“ oder „Queen of Dwarfs“ zu.
Wenn es um akustischen Blues in deutschen Landen geht, dann führt mittlerweile kein Weg mehr an Bad Temper Joe vorbei. Das Online-Bluesmagazin Wasser-Prawda nennt Joe „einen der wirklich wichtigen Songwriter und Gitarristen der deutschen Bluesszene“, germanblues.org sieht ihn „auf dem Weg an die Spitze der deutschen Akustikszene“.
Mit seinem Neuling „Solitary Mind“ beweist Bad Temper Joe, dass der Blues ein neues Gesicht bekommen hat, das für einen herzzerreißenden, gefühlvollen und einmaligen Sound, für den richtigen, wahren, doch auch ungewöhnlichen Blues steht.